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 == Franz Xaver == == Franz Xaver ==
  
-Warum ist das Rauschen ​der Blätter, das Geräusch des Windes oder die Brandung ​der Wellen so erholsam? Warum lieben wir den Blick in das Feuer, den glitzernden Ozean, den Wasserfall oder die Formenvielfalt der Wolken? Es ist das Rauschen, das Chaos und der Zufall der uns fasziniert.+From Nothing to Something war ein Veranstaltung am Maindeck ​der Ars Electronica und dem Symposion Lindabrunn bei Wiener Neustadt 2018. Wir haben uns dem Thema der Information über die Entropie ​und der Zeit genähert.
  
-From Nothing to Something ist das Thema des Infolabs der Stadtwerkstatt 2018 und eine Weiterentwicklung einer künstlerischen Perspektive, ​die von mir bereits 1986 mit der Ästhetik der ersten Heimcomputer begonnen wurde.+In Linz war es unser jährliches Festval STWST48 ​und im Steinbruch ​ Lindabrunn waren über 20 Leute eingeladen ​die sich mit diesem Thema vor Ort auseinandersetzten 
  
-Ein Jahr zuvor bei STWST48x3 war im Servus Clubraum eine kleine Grafik zu sehen, in der sich Rauschen in Struktur wandelt2018 wird diese auf einem 50m langem Banner in einem Wald in Lindabrunn zu finden sein. Lindabrunn/​Niederösterreich ​ist ein paralleler Veranstaltungsort mit Gegenwartsverschränkung zum Projekt „Nothing to Something“ bei STWST48x4.+Das Thema um die Entropie entstand weil sich in unserer Informationsforschung die Fragen stellten: Warum ist das Geräusch der Blätter ​im Winddie Brandung des Meeres so erholsam? Warum lieben wir den Blick in das Feuer, den glitzernden Ozean, den Sonnenuntergang,​ den Wasserfall oder die Wolken? Warum spielen Kinder so gern mit WasserIch denke es ist das Unbekannte, das Rauschen, das Chaos und der Zufall in dem sich unsere Zukunft verbirgt.
  
-Der Arbeitsbereich Rausch-Computer-Kunst hatte für mich den Ursprung in der Medienkunst ​der 80iger JahreEs ging damals in der Medienkunst keinesfalls um Grafik, ​es ging um keine Bild- oder Soundkompositionen. Es ging um die ersten rekursiven Prozesse ​in der Kunst. Prozesse, die auf sich selber referenzierten,​ wiederholten und dabei veränderten. Dies interferierte mit Marshall Mc Luhan „The Medium is the Massage“. Medienkunst ist für mich deshalb ​in das Genre der Prozesskunst einzuordnenEin weiterer Meilenstein,​ der diesen Arbeitsbereich beschrieb, ​war „Goedel, Escher, Bach“ von Douglas Hofstadter.+From "​Nothing to Something"​ ist eigentlich eine künstlerisch,​ mathematischen ​ Perspektive des Nichts, mit der ich seit 1986 versuche strukturelle Formen zu generierenEin Jahr zuvor war bei STWST48x3 war original ​Grafik ​von 1988 ausgestellt, in der sich das Rauschen ​in eine Struktur wandeltBei STWST48x4  ​war es ein 50m langes Banner das mit modernen Computer gerechnet werden konnte
  
-30 Jahre nach diesen Utopien leben wir in einer Informationsgesellschaft, ​in der es bei den rekursiven Programmen nur mehr um Macht und Gewinnoptimierungen geht (Stichwort: High Frequency Trading).+Der Arbeitsbereich Computer-Rausch-Kunst hatte für mich den Ursprung ​in der Medienkunst der 80iger Jahre. Es ging damals schon nicht um die, es ging um keine Bild- oder Soundkompositionen. Es ging um die ersten rekursiven Prozesse in der Kunst. Prozesse, die auf sich selber referenzierten,​ wiederholten ​und dabei veränderten. Dies interferierte mit Marshall Mc Luhan'​s Aussage „The Medium is the Massage“. Medienkunst ist für mich seit damals in das Genre der Prozesskunst einzuordnen. Ein Meilenstein diese frühen "​Medienkunst",​ war „Goedel, Escher, Bach“ von Douglas Hofstadter.
  
-PolitikerInnen müssen tatenlos zusehenwie mit globalen Regeln lokale und soziale Strukturen zerstört werden. Das Individium wird zum Spielball weltweiter Logarithmen,​ die im Sinn der Aufklärung nicht mehr gestoppt werden können.+30 Jahre nach diesen Utopien leben wir in einer Informationsgesellschaft der Distopiein der es bei den rekursiven Programmen nur mehr um Informationsvorsprung,​ Macht und Gewinnoptimierungen geht (Stichwort: High Frequency Trading).
  
-Echter Chaos und Zufall sind auch Quellen unseres freien Willens und des kreativen Handelns. Mit Entwicklungen der Informationstechnologie nach der Informationstheorie von Claude Shannon wird die Welt immer deterministischer. Chaos und Zufall bestimmen immer weniger unseren Alltag. Damit verändert sich auch das Potential zu kreativem Handeln. Mit dem Verschwinden des Zufalls wird dieser auch gleichzeitig kostbarstes Gut in der Kryptografie in der Informationstechnologie und ermöglicht uns indivduelle Handlungen im Netz.+In der Gegenwart müssen PolitikerInnen tatenlos zusehen, wie mit globalen Regeln lokale und soziale Strukturen zerstört werden. Das Individium wird zum Spielball weltweiter globaler Logarithmen und neue Wahrheiten, die im Sinn der Aufklärung nicht mehr gestoppt werden können. 
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 +Echter Chaos und Zufall sind aber auch Quellen unseres freien Willens und unseres ​kreativen Handelns. Mit Entwicklungen der Informationstechnologie nach der Informationstheorie von Claude Shannon wird die Welt immer deterministischer. Chaos und Zufall bestimmen immer weniger unseren Alltag. Damit verändert sich auch das Potential zu kreativem Handeln. Mit dem Verschwinden des Zufalls wird dieser auch gleichzeitig kostbarstes Gut in der Kryptografie in der Informationstechnologie und ermöglicht uns indivduelle Handlungen im Netz.
  
 In den Arbeitsthemen des Infolabs von 2018 geht es um das Potential und den Erhalt dieser Quellen. Es geht aber auch um das Verschwinden der Echtzeitmanipulationen,​ die man in den Kunstinstallationen der 80iger Jahren verwendete und die scheinbar durch das Internet abgelöst wurden. Kreativität und der freie Wille sind also von einem nicht akausalem Umfeld abhängig. Dies war und ist Erfolgsrezept der Evolution. Das Ziel der Natur und Evolution scheint die Entwicklung deterministischer Information. Natur und Evolution als Gegenteil von Entropie und Chaos des Universums. In den Arbeitsthemen des Infolabs von 2018 geht es um das Potential und den Erhalt dieser Quellen. Es geht aber auch um das Verschwinden der Echtzeitmanipulationen,​ die man in den Kunstinstallationen der 80iger Jahren verwendete und die scheinbar durch das Internet abgelöst wurden. Kreativität und der freie Wille sind also von einem nicht akausalem Umfeld abhängig. Dies war und ist Erfolgsrezept der Evolution. Das Ziel der Natur und Evolution scheint die Entwicklung deterministischer Information. Natur und Evolution als Gegenteil von Entropie und Chaos des Universums.