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RIP – RANDOMNESS IN PAST

SETUP:
Am 8.9.2018 spielen MusikerInnen in Linz nach den Americium Zerfall im synchronen Takt mit Lindabrunn. 
Im Gegenzug spielen eine Woche später dieselben MusikerInnen in Lindabrunn im synchronen Takt zu Linz. 
Der Takt wird über GPS synchronisiert. 

An beiden Orten wird das Rauschen eines Halbleiterübergang und das Wasserstoffrauschen 
des Universums im GPS - Sekundentakt aufgezeichnet und infolge auf Zufällikeit überprüft. 
 

Über Quantenrauschgeneratoren werden Räume der Stadtwerkstatt während der Ars Electronica in Linz und des Symposion Lindabrunn in Niederösterreich „vernetzt“. Es wird versucht, im Rauschen von Linz und Lindabrunn die Gegenwarts-Events des jeweils anderen Ort zu detektieren.

Daraus stellen sich die Fragen: Gibt es einen Zufall in der Vergangenheit oder muss der Zufall immer in der Gegenwart passieren? Ist die Gegenwart absolut und zeitlos? Gibt es ohne Zeit einen Raum?

Über die Idee der Teilchenverschränkung, dem maximalen Informationsgehalt von echtem Rauschen und den umstrittenen Ergebnissen des „Global Consciousness Projekt“ der Princeton Universität wollen wir Linz mit Lindabrunn im Augenblick verknüpfen.

Dies soll über ein echtes Rauschen geschehen. Es gab verschiedene Möglichkeiten, dieses echte Rauschen zu erzeugen. Die Grundidee ist, Rauschen aus Bereichen zu generieren, in denen die Naturwissenschaften ihre Gesetze verlieren, meist sind das der Mikro- oder der Makrokosmos (Quanten und Quasare).

Es gibt Theorien, dass im hochqualitativen Rauschen der Quanten oder/und dem Hintergrundrauschen des Universums alle Information der Welt enthalten ist. Dies ist auch der Grund, warum man Rauschen mit unserer bekannten Informationstechnologien nicht komprimieren kann. Und warum es gleichzeitig Freund und Feind der Informationstheorie ist. An beiden Veranstaltungsorten wird nun das Rauschen der Quanten eines Halbleiterübergangs in Blöcken aufgezeichnet. Beide Orte sind „virtuell“ nur über die Gegenwart und einer „acausalen“ Information verbunden. Der Startzeitpunkt der aufgezeichneten Rauschblöcke mit einer Minuten Länge wird über das GPS-Zeitsignal synchronisiert. Freie ForscherInnen, die in experimentellen und künstlerischen Bereichen arbeiten, werden versuchen, diese Rauschblöcke in einer Blockchain über den „Proof of Chaos“ zu speichern.

Mit der Blockchaintechnologie werden die Zufallssequenzen der Vergangenheit mit den Zufallswerten der Gegenwart in Beziehung gesetzt. Dadurch wird Vergangenes genauso wichtig wie der Zeitpunkt des Entstehens. Diese Blockchain erzeugt dadurch eine neue Grundlage für die Kryptographie, den freien Willen und die Informationstechnologie und sichert somit den Fortbestand der Kreativität des Individiums im Zeitalter der Informationstechnologie. Über diese Anordnung wird auch untersucht, ob die Qualität des Zufalls von der Gegenwart abhängig ist bzw. über welche Quotienten diese über die Vergangenheit abnimmt.

Warum sollte das funktionieren: “Sie werden doch nicht behaupten wollen, dass der Mond nicht da oben ist, wenn niemand hinsieht?” Diese Frage stellte Albert Einstein Niels Bohr. Das war vor fast 100 Jahren, als die Unschärfe in unserer Welt entdeckt wurde. In den folgenden 90 Jahren erhärtete sich die Theorie, dass die Realität vom Beobachter beeinflusst und teilweise sogar generiert wird. Realität entsteht somit durch Übereinkunft. Kurz interpretiert: Wir erschaffen uns die Regeln der Naturwissenschaften selbst. Für die künstlerische Avangarde heißt es aufpassen, dass die GegenwartskünsterInnen nicht in Sarkasmus versinken, und die QuantenphsyikerInnen ihre Position einnehmen.

From Nothing to Something

Ein 50m langes Poster im Wald des Symposion Lindabrunn zeigt eine endlose Näherung an die Zahl NULL. Aus dem Rauschen entsteht Struktur über 123755625 Rechenschritte.

http://symmetrier.ung.at/20180815