RIP – RANDOMNESS IN PAST

Franz Xaver

DAS SETUP:
Am 8.9.2018 spielen MusikerInnen in Linz nach den Americium Zerfall im synchronen Takt mit Lindabrunn. 
Im Gegenzug spielen eine Woche später dieselben MusikerInnen in Lindabrunn im synchronen Takt zu Linz. 
Der Takt wird über GPS synchronisiert. 

An beiden Orten wird das Rauschen eines Halbleiterübergang und das Wasserstoffrauschen 
des Universums im GPS - Sekundentakt aufgezeichnet und infolge auf Zufällikeit überprüft. 
 

Unser Handeln ist in Raum und Zeit gefangen - Über das Rauschen im subatomaren und/oder in makrokosmischen Bereichen könnte die Gegenwart von Ereignissen neu definiert werden Unter anderem werden über Quantenrauschgeneratoren Räume der Stadtwerkstatt bei der Ars Electronica in Linz und dem Raum des Symposions Lindabrunn miteinander „vernetzt“. Es wird versucht, im Rauschen von Linz und Lindabrunn Gegenwartsereignisse des jeweils anderen Ort zu detektieren.

Daraus stellen sich neue Fragen: Gibt es einen Zufall in der Vergangenheit oder muss Zufall immer in der Gegenwart passieren? Ist die Gegenwart absolut und zeitlos? Gibt es einen Raum ohne Zeit über eine acausale Information?

Über die Idee der Teilchenverschränkung, dem maximalen Informationsgehalt eines echtem Rauschen und den umstrittenen Ergebnissen des Global Consciousness Projekt der Princeton Universität wollen wir Linz mit Lindabrunn Augenblicke miteinander verknüpfen.

Dies soll über ein “echtes” Rauschen geschehen. Es gab verschiedene Möglichkeiten, dieses echte Rauschen zu erzeugen. Die Grundidee ist, Rauschen aus Bereichen zu generieren, in denen die Naturwissenschaften ihre Gesetze verlieren, meist sind das der Mikro- oder der Makrokosmos (Quanten und Quasare).

Wir verwenden die Wasserstoffkennlinie des Universums, den Halbleiterübergang einer Diodenstrecke, das thermische Rauschen, das Hintergrundrauschen und den Zufall des atomaren Zerfall um einen Zufall zu generieren.

Es gibt Theorien, dass im hochqualitativen Rauschen jede Information der Realität versteckt ist. Dies ist auch der Grund, warum man Rauschen mit unserer bekannten Informationstechnologien nicht komprimieren kann. Und warum RAUSCHEN gleichzeitig Freund und Feind der Informationstheorie ist. An beiden Veranstaltungsorten wird nun das Rauschen exakt zeitpräzisen Blöcken aufgezeichnet. Beide Orte sind „virtuell“ nur über die Gegenwart und einer „acausalen“ Information verbunden. Der Startzeitpunkt der aufgezeichneten Rauschblöcke mit einer Sekundenlänge wird über das GPS-Zeitsignal synchronisiert. Freie ForscherInnen, die in experimentellen und künstlerischen Bereichen arbeiten, werden versuchen, diese Rauschblöcke in einer Blockchain über den „Proof of Chaos“ zu speichern.

Mit der Blockchaintechnologie sollen die Zufallssequenzen der Vergangenheit mit den Zufallswerten der Gegenwart in Beziehung gesetzt werden. Dadurch wird Vergangenes genauso wichtig wie der Zeitpunkt des Entstehens. Diese Blockchain erzeugt dadurch eine neue Grundlage für die Kryptographie, den freien Willen und einer neuen Informationstechnologie und sichert somit den Fortbestand der Kreativität des Individiums im Zeitalter der Informationstheorie. Über diese Anordnung kann im ersten Schritt untersucht werden ob die Qualität des Zufalls von der Gegenwart abhängig ist bzw. über welche Quotienten diese in die Vergangenheit abnimmt.

Warum sollte das funktionieren: “Sie werden doch nicht behaupten wollen, dass der Mond nicht da oben ist, wenn niemand hinsieht?” Diese Frage stellte Albert Einstein Niels Bohr. Das war vor fast 100 Jahren, als die Unschärfe in unserer Welt entdeckt wurde. In den folgenden 90 Jahren erhärtete sich die Theorie, dass die Realität vom Beobachter beeinflusst und teilweise sogar generiert wird. Realität entsteht somit durch Übereinkunft. Kurz interpretiert: Wir erschaffen uns die Regeln der Naturwissenschaften selbst. Für die künstlerische Avangarde heißt es aufpassen, dass die GegenwartskünsterInnen nicht in Sarkasmus versinken, und die QuantenphsyikerInnen ihre Position einnehmen.

Mehr Info in der Zeitung Versorgerin

UND ODER der Paralleveranstaltung bei STWST48

From Nothing to Something

From Nothing to Something ist ein 50m langes Poster im Wald des Symposion Lindabrunn. Es zeigt eine endlose Näherung an die Zahl NULL - Aus dem Rauschen entsteht Struktur über 123755625 Rechenoperationen.

http://symmetrier.ung.at/20180815