P17 – EIN MEDIENARCHÄLOGISCHES TRIPTYCHON

von Barbara Doser und Hofstetter Kurt – Parallel Media

experimentelles Kunstvideo, 7 min, black & white, stereo, © 2018

english version http://www.sunpendulum.at/parallelmedia/p17/P17-Doser-Hofstetter-2018.html

Auf Programmplatz 17 eines alten Röhrenfernsehgerätes finden sich Lichtmuster. Da das TV- Gerät mit keinen herkömmlichen Fernsehsignalen gespeist wird, um abgebildete Welt zu vermitteln, kann nicht von Störbildern gesprochen werden. Aus Informationen von irgendwoher entstehen Tropfenformen und Linien, die sich seriell angeordnet rhythmisch über den Bildschirm schieben. Das Medium selbst abstrahiert Signalfragmente oder produziert eine ihm inhärente gegenstandslose Bildsprache.
Der analoge medienarchäologische Fund eines ästhetischen Phänomens wird mit einer Videokamera festgehalten und digital am Computer bearbeitet, verlangsamt, azyklisch serialisiert und überlagert, um detailliertere Einblicke zu gewähren. Es entsteht ein Triptychon unterschiedlicher bildästhetischer Prägung, das entsprechende Klangräume bedingt. So bestimmt die Ästhetik der Bilder die Wahl der Kompositionen, die wiederum den Rhythmus der Schnittfolge festlegen. Zwei Instrumentale Kompositionen – im ersten Teil ein Ausschnitt aus Die Baronesse und im dritten Teil ein Ausschnitt aus dem 4. Satz der Suite Irrational – setzen Töne in Supersymmetrie, während die akusmatische Komposition des mittleren Teils Sounds parallel vorwärts und rückwärts zueinander stellt. Die Dramaturgie der Kompositionen emotionalisiert die gegenstandslosen Bewegtbilder und bringt sie zwischen Konsonanz und Disonanz zum Klingen.

Credits

Idee und Bewegtbild – Barbara Doser

Musik – Hofstetter Kurt

Realisation – Barbara Doser und Hofstetter Kurt – Parallel Media